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kes beraubt war, um mit einer Hand kratzen zu können, während ſie einen Federſtumpf in der andern Hand hielt. Ihre Stirn war hoch und runzlich; die Augen tellergroß, grau und weit hervorquel⸗ lend, die Naſe lang, ſpitzig und gebogen, ihr Mund ungehener weit, ihr Geſicht mager und mit Sommerſproſſen beſetzt und ihr Kinn gebogen wie ein Schuhpfriem. Ihre Oberlippe enthielt eine große Menge Spaniol, der vom beftändigen Herabfallen ihren von Natur nicht ſehr weißen Nacken und den Bruſttheil ihres Kleibes geſprenkelt hatte, welches mit einer wahrhaften poetiſchen Nachläſ⸗ ſigkeit um ſie floß, und eine Leinewand zu Tage brachte, die ſehr fein war, aber allem Ausſehen nach nur in kaſtaliſchen Strömen zur Wäſche kam. Rund um ſie herum lagen Globen, Quavran⸗ ten, Teleskopen und andere gelehrte Apparate. Ihre Schnupfta⸗ backsdoſe ſtand rechts von ihr. Links lag ihr ziemlich verbranchtes Schnupftuch, und ein Spucknapf war auf einer Seite ihres Stuh⸗ les ſichtbar. Da ſie, als wir eintraten, gerade in tiefem Sinnen war, ſo hielt es die Kammerjungfer für nicht gerathen, ſie darin zu ſtören, ſo daß wir einige Minuten warteten, ohne von ihr be⸗
merkt zu werden, während deſſen ſie mehreremal an dem Federkiel kaute, ihre Stellung veränderte, unzählige Grimmaſſen ſchnitt und endlich mit triumphirender Mine laut wiederholte:
„Ja! kein Unſterblicher darf hemmen meine Wuth!“
Als ſie dieſen glücklich zu Stande gebrachten Vers niederge⸗ ſchrieben hatte, wandte ſie ſich gegen die Thüre und rief, uns be⸗ merkend, aus:„Was gibt es?“ Meine Führerin erwiederte: „Hier iſt der junge Mann, welchen Miſtreß Sagely Ihro Gna⸗ den als Bedienten empfohlen hat.“ Hierauf ſah ſie mir ziemlich lange ſtarr ins Geſicht, frug dann nach meinem Namen, welchen ich unter dem angenommenen eines Johann Braun zu verbergen für gut hielt. Nachdem ſie mich mit neugierigem Blicke angeſehen hatte, brach ſie in die Worte aus:„O ja! Du warſt ſchiffbrüchig, ich erinnere mich, wie, kamſt Du auf dem Rücken eines Wallſiſches


