55
wir ihn pflichtlich begraben. Deßhalb geh, Dick! und hole den
alten Schubkarren, um ihn hinaufzulegen und vor der Hinter⸗ thüre des Wirths Hodge abzuſetzen⸗ Er iſt mehr im Stande als wir, an arme Landläufer Geld zu verwenden.“
Ihr Rath wurde angenommen und ſogleich befolgt. Ich ward vor des armen Pächters Thüre hingerollt, daſelbſt in eine Ladung Miſt umgeſtürzt und hingelegt. Zuverläßig wäre ich eine Beute der Schweine geworden, wenn mein Stöhnen nicht die Familie aufgeſchreckt, und einige von ihnen herausgelockt hätte, um zu ſehen, was mir fehle. Jedoch Hobge glich mehr dem verhärteten Juden als dem barmherzigen Samariter, und gab den Befehl, man ſolle mich vor das Haus des Pfarrers führen, deſſen Ob⸗ liegenheit es ſey, Varmherzigkeit auszuüben und zu predigen, mit der Bemerkung, es ſey genug von ihm, wenn er ſeine Beiträge zur Unterhaltung der Armen des Kirchſpiels richtig bezahle.
Als ich vor das Thor des Vikars niedergelegt ward, ſo ge⸗ rieth dieſer in einen mächtigen Zorn, und drohte, denjenigen, welcher mich ſchickte, nebſt denen, welche mich herbrachten, in den Kirchenbann zu thun, wenn ſie mich nicht ſogleich wo anders hin brächten.
In dieſem Augenblicke wandelte mich, in Folge meiner aus⸗ geſtandenen Leiden, eine Ohnmacht an, und ich erfuhr ſpäter, man habe mich von Thüre zu Thüre durch das ganze Dorf geſchleppt, da Niemand ſo viel Menſchlichkeit beſeſſen, mir die geringſte Hilfe zu leiſten, bis eine alte Frau, die man in der Nachbarſchaft der Hexerei beſchuldigte, und welche von meinem Unglück gehört, mich in ihr Haus aufgenommen hatte. Nachdem dieſe meine Wunden verbunden hatte, ſo brachte ſie mich durch ſelbſtbereitete Herzſtär⸗ kungen wieder zu mir. Dieſe ehrenhafte Matrone behandelte mich mit großer Sorgfalt und Zärtlichkeit, und wünſchte, nach⸗ dem ich wieder zu einigen Kräften gekommen war, die Geſchichte meines letzten Unglücks umſtändlicher zu erfahren.


