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ich den Schluß, entweder müſſe man mich für einen Andern ge⸗ halten, oder die Privatrache eines geheimen Freundes ſich an mir geſättigt haben, und, da ich mich Niemandes entſinnen konnte, dem ich die geringſte Urſache einer Klage gegen mich gegeben ha⸗ ben könnte, Capitän O'Donnell und meines Herrn Tochter aus⸗ genommen, ſo blieb mein Verdacht bei ihnen ſtehen, obwohl ich mich bemühte, es zu verbergen, damit ich deſto bälder die Beſtä⸗ tigung deſſelben erhielte.
In dieſer Abſicht ließ ich mich eines Morgens gegen zehn Uhr in einer Sänfte nach Hauſe bringen, und begegnete, als die Sänftenträger mich in das Haus hineinführten, dem Capitän auf dem Gange, der, als er meiner anſichtig wurde, zurückprallte, und offenbare Beweiſe eines ſchuldigen Gewiſſens gab, welche er mit dem Erſtaunen, mich in einer ſolchen Lage zu ſehen, entſchuldigte.
Als mein Herr meine Geſchichte vernahm, drückte er mir ſehr aufrichtig ſeine Theilnahme aus, und befahl, als er hörte, meine Wunden ſeyen nicht gefährlich, man ſolle mich hinauf in's Bett tragen, ungeachtet einigen Wiverſtandes von Seiten ſeiner Frau, welche der Meinung war, man ſolle mich ins Hoſpital ſchicken, denn dort verpflege man mich beſſer.
Ich beſchäftigte mich nun in Gedanken damit, einen Rache⸗ plan gegen O'Donnell und ſeine Geliebte, welche beide ich als die Urheber meines Unglücks anſah, bei mir zu entwerfen, als die Miß, welche bei meiner Ankunft nicht zu Hauſe war, in mein Zimmer trat, und mit den Worten, ſie bedaure das Ereigniß,
welches mich getroffen habe, frug, ob ich Jemanden deßhalb in
Verdacht habe, worauf ich meine Blicke feſt auf ſie richtete, und antwortete:„Ja!“ Sie verrieth kein Zeichen von Schuld, ſon⸗ dern erwiederte haſtig:„wenn das der Fall iſt, warum laßt Ihr Euch nicht einen Verhaftbefehl gegen ihn ausſtellen? das wird Euch nur eine Kleinigkeit koſten; wenn Ihr kein Geld habt, ſo will ich Euch leihen.“


