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Zwanzigſtes Kapitel.
Ich werde angegriffen und gefaͤhrlich verwundet; werfe meinen Verdacht auf O'Donnell, und werde in meiner Vermuthung hieruber beſtaͤrkt; ent⸗ becke einen Plan der Rache und bringe ihn in Ausfuͤhrung; O'Donnell beſtiehlt ſeinen eigenen Bedienten und macht ſich unſichtbar; ich bewerbe mich um die Gunſt eines Maͤdchens, und enthehe auf merkwuͤrdige Weiſe ihren Schlingen.
Als ich einmal Nachts von einem Beſuche bei einem Patien⸗ ten in Chelſea zurückkehrte, erhielt ich von unſichtbarer Hand einen Schlag auf mein Haupt, der mich beſinnungslos auf den Boden hinſtreckte, und ich wurde mit drei Degenſtichen in dem Leib für todt auf dem Platze gelaſſen. Die Seufzer, welche ich ausſtieß, als ich wieder zur Befinnung kam, drangen zu den Ohren der Bewohner eines, in der Nähe befindlichen Bierhauſes, welche Menſchlichkeit genug beſaßen, mich hineinzuſchaffen, und nach einem Wundarzte zu ſchicken, der meine Wunden verband, und mir die Verſicherung gab, ſie ſeien nicht tödtlich. Eine davon drang durch die Haut und Muskeln einer Seite meines Unterleibs ſo, daß ohne Zweifel der Meuchelmörver dachte, er habe mir die Einge⸗ weide durchſtoßen; die zweite ſtreifte eine meiner Rippen; und die letzte, welche auf den Gnadenſtoß berechnet war, hatte die Rich⸗ tung nach meinem Herzen genommen, der Degen prellte aber an meinem Bruſtbeine ab, und die Spitze blieb in der Haut ſtecken.
Als ich über dieß Ereigniß nachſann, konnte ich nicht zu der Ueberzeugung mich bequemen, daß ein gemeiner Straßenräuber mich angegriffen habe; denn es iſt bei Leuten dieſes Schlags nicht gewöhnlich, daß ſie an den Opfern ihrer Raubſucht einen Mord begehen, namentlich wenn man ihnen keinen Widerſtand leiſtet, und ich fand Alles, was ich an mir und bei mir trug, Geld und Son⸗ ſtiges, meinen Körper ausgenommen, unverſehrt. Hieraus zog


