waren, ſo beſchloß ich, aus meinem guten Glücke Nutzen zu zie⸗ ben. Ohne deßhalb viel Umſtände zu machen, ſchlüpfte ich in das Bette der Schönen hinein, die mir eine ſo günſtige Aufnahme gab, als ich nur erwarten konnte Unſere Unterhaltung war meiner⸗ ſeits ſehr kurz, allein ſie zog die Perſon, welche ich vorſtellte, mit ihrer Eiferſucht gegen mich auf, den ſie ſo unbarmherzig be⸗ handelte, daß ich mehr, als einmal, nahe daran war, die Hülle der Verſtellung fallen zu laſſen; doch tröſtete ich mich für ihren Haß gegen mich durch das Rachegefühl, das ich genoß, als ich aus ihrem eigenen Munde vernahm, es ſey jetzt hohe Zeit, ihre Ehre durch eine Heirath zu retten: denn ſie befürchte nicht ohne Grund, ſie möchte die Folgen ihres gegenſeitigen Einverſtändniſſes nicht länger verbergen können. Als ich über eine Antwort auf dieſe Frage nachſann, hörte ich in meinem Zimmer etwas Schwe⸗ res auf den Boden fallen. Auf dieß erhob ich mich, und, in die Thüre meines Zimmers hineinkriechend, bemerkte ich beim Mond⸗ lichte den Schatten eines Mannes hinaus ſchleichen; ich zog mich demnach zurück, um ihm den Weg frei zu laſſen, und ſah ihn bierauf ſo ſchnell als möglich die Treppe hinabgehen. Es war unſchwer, zu errathen, daß dieß der Capitän ſey, der die verab⸗ redele Stunde verſchlafen hatte, endlich aufgeſtanden war, und, meine Thüre offen findend, mein Zimmer anſtatt des Schlafge⸗ machs ſeines Liebchens, wo ich ſeine Stelle ausfüllte, betreten hatte. Da er jedoch, als er über meinen Stuhl fiel, ſeinen Irr⸗ thum einſah, ſo fürchtete er, der Lärmen möchte die Familie auch ſtören, und machte ſich deßhalb aus dem Staube, vie Befriedigung ſeiner Wünſche auf eine beſſere Gelegenheit verſchiebend. Dieß ſtellte mich zufrieden, und, anſtatt dahin zurückzukehren, von wo ich her kam, zog ich mich in meine Feſtung zurück, deren Eingang ich, indem ich den Riegel vorſchob, abſchloß, und, mein Glöck ſegnend, einſchlief. Doch das Wahre der Sache konnte der jungen Miß nicht verborgen bleiben, denn es kam am nächſten Tage zu
Teil eines Werkes
2. Band, Roderich Random : Roman : 2. Band (1840) The adventures of Roderick Random
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