Teil eines Werkes 
2. Band, Roderich Random : Roman : 2. Band (1840) The adventures of Roderick Random
Entstehung
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er und ſeine Familie, von denen ich vermuthete, daß ſie aus dem⸗ ſelben Lande wären, keinen Rückhalt vor mir hätten, und ich alſo im Geſpräche leicht Etwas auſſpüren könnte was mir entweder Unterhaltung oder Nutzen verſpräche.

Am nächſten Morgen führte mich Herr Concordance in des Apothekers Hauſe, wo der Handel abgeſchloſſen, und Befehl er⸗ theilt wurde, ſogleich ein Zimmer für mich in Bereitſchaft zu ſetzen. Doch, ehe ich an das Geſchäft mich begab, empfahl mich der Schulmeiſter ſeinem Schneider, der mir für einen vollſtändigen Anzug, welcher von der erſten Hälfte meines Gehalts zahlbar ſeye, und deſſen Anfertigung ſogleich begonnen werden ſollte, Cre⸗ dit gab; hierauf verſah er mich mit einem neuen Hute, unter den nämlichen Bedingungen, ſo daß ich binnen wenigen Tagen ein ganz modehaftes Ausſehen zu gewinnen hoffen durfte.

MWittlerweile patte Strap mein Gepäck an den für mich be⸗ ſtimmten Ort gebracht, der in einer Hinterſtube beſtand, zu der man zwei Treppen hoch hinaufſtieg. Das darin befindliche Geräthe beſtand aus einer Pritſche für mich zum Liegen, einem Stuhle ohne Lehne daran, einem irdenen Nachttopf ohne Handhabe, einem Krug, anſtatt des Leuchters, und einem dreieckigen Stück Glas, anſtatt des Spiegels, da der Reſt der Zimmerzierrath vor Kur⸗ zem in eines der Dachſtübchen zum Gebrauche des Dieners eines iri⸗ ſchen Hauptmanns, der im erſten Stock wohnte, gebracht worden war.

Neunzehntes Kapitel.

Die Charakterſchilderungen Herrn Lavements, ſeiner Frau und Tochter; einige Anekdoten aus der Familie; die Mutter und Tochter Nebenbuhle⸗ rinnen; ich begehe einen Irrthum, der mir großes Vergnuͤgen macht, aber traurige Folgen hat.

Als ich am darauf folgenden Tage im Laden bei meinem Ge⸗ ſchäfte war, kam ein ſchön gekleidetes, keckes Frauenzimmer herein,