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zehrung zu, welche ihrem Leben ein Ende machte. Mein Vater, welcher ſie zärtlich liebte, wurde von ihrem Tode ſo ergriffen, daß er ſechs Wochen lang ſeiner Sinne beraubt wurde; unterdeſſen brachten die Leute, bei welchen er wohnte, das Kind zu dem Alten, der in ſeiner harten Geſinnung bei der Nachricht von der traurigen Geſchichte des Todes ſeiner Schwiegertochter und der jammervollen Lage ſeines Sohns ſo weit nachließ, daß er das Kind zur Amme ſchickte, und meinen Vater in ſein Haus bringen ließ, wo er den Gebrauch ſeiner Vernunft bald wieder erhielt. Ob dieſer hartherzige Richter einige Gewiſſensbiſſe wegen der grauſamen Behandlung ſeines Sohns und ſeiner Schwiegertochter empfand, oder(was noch wahrſcheinlicher iſt) fürchtete, ſein Charakter möchte in der Gegend umher darunter leiden, genug! er drückte großen Kummer wegen ſeines Benehmens gegen meinen Vater aus, auf deſſen Wahnſinn eine tiefe Melancholie und Zu⸗ rückhaltung folgte. Endlich verſchwand er ganz, und trotz alles erdenklichen Nachforſchens konnte man Nichts von ihm hören; ein Umſtand, der die Meiſten in der Meinung beſtärkte, er habe in einem Anfall von Verzweiflung ſich ſelbſt entleibt. Wie ich die Kenntniß von den einzelnen Umſtänden meiner Geburt erhielt, wird ſich im Laufe dieſer Geſchichte zeigen.
JZweites Kapitel.
Ich werde groͤßer, von meinen Verwandten vernachlaͤſſigt, zur Schule ge⸗ ſandt, von meinem Großvater hintangeſetzt, mißhandelt von meinem Lehrer, an das Ungluck fruͤh gewoͤhnt; ich ſpiele Kabalen gegen den Pedanten, werde vom Zutritt zu meinem Großvater ausgeſchloſſen, von ſeinen Erben gehetzt, und ſchlage ſeinem Hofmeiſter die Zaͤhne ein.
Es fehlte nicht an ſolchen, welche der Meinung waren, daß meine Oheime, in der Abſicht, das väterliche Vermögen ausſchließend
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