Teil eines Werkes 
2. Theil (1825)
Entstehung
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Später, der gewaltigen Hand des Kaiſers entflohen, kam er als neunzehniühriger Prinz nach Frankreich, um die Freundſchaft des Königs Franz des I für ſich und ſeinen Vater noch mehr zu beveſtigen, und blieb daſelbſt vom Jahr 1534 bis 1542. Aber un⸗ verdorben, wie er hinübergezogen war, kehrte er wie⸗ der in ſein Vaterland. Sein edles teutſches Herz war nicht verloren gegangen.

In dem Eifer für das Wohl ſeiner Unterthanen übertraf ihn kein andrer Fürſt, und wenige nur wa⸗ ren ihm gleich. Seit dem Antritt ſeiner Regierung wiedmete er ſich ganz ſeinem Berufe, und das hohe Gefühl ſeiner Pflicht erleichterte ihm die Laſt ſeiner Sorgen. Für zwey oder drey geſchickte und fleißige Männer, ſagt Bidenbach, wären die Geſchäfte, die er verrichtete, hinlänglich geweſen. Unermüdet hörte er die Vorträge ſeiner Räthe an, oder legte ihnen ſeine eigenhändig geſchriebenen Entwürfe vor. Auf jedes Bedenken, ſo wie auf die Vittſchriften die man ihm überreichte, gab er mit eigener Hand eine ſchriftliche, und wenn es nöthig war, ausführliche Antwort, Außerdem beſorgte er ſelbſt die Oberaufſicht über die fürſtliche Haushaltung, verfaßte genaue ſchriftli⸗ che Anweiſungen, nach welchen ſeine Kinder erzogen werden ſollten, und führte einen ſtarken Briefwechſel mit andern Fürſten, wovon uns Moſer im patrio⸗ tiſchen Archiv einige urkunden mittheilt.*) Daher

*) Moſer patr. Archiv Bd. 9. und 10. Neues patr⸗ Archiv Bd. 2.