Teil eines Werkes 
2. Theil (1825)
Entstehung
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keiten der Fürſten auftrat. Selbſt an ausländiſchen Höfen ſuchte er durch ſeine Rathſchläge für die Welt Gutes zu wirken. Daher war auch kein teutſcher Fürſt jenes Zeitalters in Europa höher geachtet als er. Zwey Kaiſer, wenn ſie ihn gleich nicht liebten, Karl V. und Ferdinand I achteten ihn hoch, und mit dem Rachfolger derſelben, Maximilian dem 1I. ſtand er, wie überhaupt mit den edelſten Fürſten des Reichs, in vertrauter Freundſchaft. Vier Könige von Frankreich, wiewohl ihre Denkungsart von der ſei⸗ nigen ſehr verſchieden war, fanden ſich gedrungen ihn zu ehren und an dem mächtigen Hofe von Paris durfte er ſogar in Frankreichs Religionsangelegenhei⸗ ten ein freymüthiges Wort ſprechen. Sigismund Auguſt, der berühmte König von Polen, ſtand mit ihm in freundſchaftlichem Briefwechſel; und die geiſt⸗ reiche Königinn Eliſabeth von England, gab ihm hinſichtlich ſeines Verſtandes und Herzens, vor allen teutſchen Fürſten jenes Zeitalters den Vorzug.

Durch die edelſten Eigenſchaften, welche das Bild eines Menſchen zieren können, zeichnete ſich Chri⸗ ſtoph aus. Frühe getrennt von ſeinen Eltern, als ſein unruhiger Vater, Herzog ulrich, von dem Kaiſer KarlV. in die Acht erklärt worden war, wurde er in die öſterreichiſchen Lande weggeführt, und wuchs unter der Leitung Wilhelms von Rei⸗ chenbach, und nachher im Umgange mit ſeinem treuen Freunde, Michael Tiffernus, zu dem edeln Fürſten heran, als den ihn die Geſchichte kennt.