Vom Grafen Sollogub. 151
lichen Träume des Jünglings erfüllten, aber über ihr ganzes Weſen lag eine poetiſche Ruhe und Heiterkeit, eine hohe und liebliche Einfachheit ausgebreitet; in ih⸗ ren ſchönen Zügen ſpiegelte ſich jeder Eindruck des zar⸗ ten Herzens, deſſen Sprache ihr Mund redete. Man mußte ſchon bei ihrem Anblick beſſer werden, ſo erge⸗ ben, ſo fromm, ſo voll heiliger Gefühle, ſo voll reiner Liebe war ihr Auge. Zwei muntere liebliche Kinder drückten ihre Köpfchen beim Anblick des Fremden in ihren Schvos. Iwan Waßiljewitſch ſtand, wie ange⸗ wurzelt, einige Minuten im Anſchauen dieſer Perſoni⸗ fikation ſtillen Familienglücks verſunken, des höchſten * Lohnes für die Mühen und Sorgen des Menſchen. Er ſtand ſich ſelbſt vergeſſend da, ſein Herz wurde weiter, ſein Gefühle beruhigten ſich, und ſeine Gedanken ver⸗ ſchmolzen zum Gebet.
— Es giebt noch ein Glück auf Erden,— rief er begeiſtert,— es giebt ein Ziel im Leben und es beſteht im...
—— Zu Hülfe, zu Hülfe!*s paſſirt'n Unglück! Väterchen, Väterchen! Zu Hülfe! Wir werfen um, wir liegen ſchon
Iwan Waßiljewitſch fühlte plötzlich einen gewaltigen Rippenſtoß, und indem er mit ſeinem ganzen Gewicht


