150 Tarantas.
bin reich, weil meine Wünſche klein ſind; ich bin nicht ausſchweifend, weil ich ſtets zu thun habe, ich ſuche nicht unabläſſig Zerſtreuung, weil ich mein Glück im Familien⸗ leben finde; darin beſteht auch mein ganzer Lurus, und ich danke es der ſtrengen Ordnung in meinem Haus⸗ weſen, daß ich von meinem Ueberfluß hülfsbedürftigen Brüdern noch etwas mittheilen kann. Es iſt ein Un⸗ glück, daß es auf Erden keine Gleichheit giebt, noch geben kann.— Man wird immer reiche Leute finden, im Vergleich zu Andern, die für arm gelten können; ebenſo haben Geiſt und Tugend ihre Reichen und ihre Armen. Es iſt aber gerade das höchſte Glück der Rei⸗ chen, das geſtörte Gleichgewicht nach Kräften wieder herzuſtellen.... Aber laß uns gehen....
Sie machten ſich auf den Weg.
In der beſcheidenen Wohnung des Jugendfreundes fand Jwan Waßiljewitſch Alles ſchlicht und einfach, aber Alles athmete hier den Geiſt des Schönen, jenen unerklärlichen Zauber, welcher die Gegenwart eines jun⸗ gen, ſchönen Weibes verräth. Sie lächelte Jwan Wa⸗ ßiljewitſch freundlich an, er aber blieb in ſchweigendem Staunen vor ihr ſtehen. Es ſchien ihm, als habe er bis dahin kein Weib geſehen. Sie war nicht eine jener prächtigen, ſtolzen Schönheiten, wie ſie die leidenſchaft⸗


