Vom Grafen Sollogub. 127
ungeheurer Bär ſaß zuſammengekauert auf einem Stein und ſpielte zum Tanz auf einer Balalaika*). Um ihn herum tanzten greulige Geſtalten unter widerlichem Pfeifen und Hohngelächter. Da waren Ofengabeln in Viceuniformen, Fledermäuſe mit Brillen, aufgeputzte Dandies, ſtatt des Geſichts eine Viſitenkarte unterm ſeitwärts hängenden Hut, kleine Kinder mit ungeheuern Todtenſchädeln auf den ſchwachen Schultern, hohläugige Weiber mit Schnurrbärten und großen Reiterſtiefeln, trunkene Blutigel in langſchößigen Oberröcken, gepuderte Affen im altfranzöſiſchem Koſtüm, papierne Schlangen mit golbgeſtickten Krägen und Staatsdegen an der Seite, Eſel mit Kinnbärten, Beſen in zierlichen Einbänden, und Jugendſchriften auf Krückenſtöcken, Bauernhäuſer auf Hühnerpfoten, Hunde mit Flügeln, Spanferkel, Frö⸗ ſche, Ratten in allerlei Hoftrachten... Alles dies ſprang, wirbelte, gallopirte, winſelte, kreiſchte, jauchzte, brüllte, daß das Gewölbe der Grotte bis auf den Grund er⸗ zitterte, wie erſchreckt von dem Höllenlärm des toben⸗
den Geziefers.
3) Die Balalaika iſt die ruſſiſche Mandoline mit zwei bis drei Saiten beſpannt. Faſt jedes Dorf hat ſeinen Vir⸗ tuoſen auf dem patriarchaliſchen Inſtrumente.


