Vom Grafen Sollogub. 159
vor Augen, daß da, wo Fabriken auf„häuslichen Fuß“, wie Sie's nennen, eingeführt ſind, die Bauern zu Bett⸗ lern werden und folglich der Gutsbeſitzer ebenfalls nicht weit davon entfernt iſt.—
— Und haben Sie bei ſich Wirthſchaftsrechnungs⸗ bücher eingeführt?—
— Das beſorgt meine Frau, und macht uns wei⸗ ter gar keine Mühe.—
— Giebt's aber auch bei Ihnen'n Hospital und ärztliche Hülfe? Haben Sie Kinderbewahranſtalten für die Bauerkinder zur Zeit der Feldarbeiten und eine Lan⸗ kaſterſchule eingerichtet?— fuhr der unermüdliche Fra⸗ ger fort.
— Oho, Brüderchen.. was Du nicht Alles ver⸗ langſt! Meine Awdotja Petrowna heilt ihre Kranken ſelbſt mit einfachen Hausmitteln, und Leſen lehrt bei uns der Meßner dem, der Luſt dazu hat. Ein paar Buben haben's von ſelbſt verlangt, die andern haben keine Luſt dazu„unſte Väter— ſagen ſie— verſtanden nicht zu ſchreiben und zu leſen, was brauchen wir es zu wiſſen!“—
— Was fangen Sie aber in ſchlechten Jahren an?—
— Gott iſt gnädig,'s gab lange keinen Nothſtand, und die Vorrathsmagazine ſind bei mir in Ordnung.


