Vom Grafen Sollogub. 17
pfung erſchien von fern wie die wilde Ausgeburt einer phantaſtiſchen Welt, ein Mittelding zwiſchen einer Heu⸗ ſchrecke und einer Kibitke. Was ſoll man aber ſagen. von der Kunſt, vermöge der die Umriſſe des Tarantas in wenigen Minuten plötzlich unter zahlloſen Koffern, Mantelſäcken, Kiſten, Kaſten, Körben, Körbchen, Käſt⸗ chen und andern Hohlmaßen von allerlei Art und Form verſchwanden? Vor Allem war in dem ausge⸗ höhlten Bauche des Fuhrwerks kein Sitz zu ſehen:— ein ungeheurer Bettpfühl füllte die Tiefen des Abgrunds aus und ſtellte das Niveau des Ganzen wieder her, drüber thürmten ſich ſieben Kopfkiſſen mit ihren Kat⸗ tunüberzügen, die wegen des etwaigen Schmutzes ab⸗ ſichtlich von dunkler Farbe gewählt waren, pyramida⸗ liſch auf ihrem weichen Fundamente. Zu Füßen ſtand in einem Baſtgeflechte der Reiſekuchen, eine Phiole mit Anisliquer, verſchiedene gebratene Vögel in einer grauen Löſchpapierhülle, Schinken, Käſekuchen, Weisbrod, Sem⸗ meln und der Theekaſten, der unerläßliche Begleiter je⸗ des Gutsbeſitzers im Steppenlande. Dieſer Theekaſten, von Außen mit Seehundsfell beſchlagen, am Deckel aber mit Borſten überzogen und rings mit eiſernen Reifen umgeben, enthielt den ganzen Theeapparat, eine ohne Nord. Novellenbuch. 1II. 2


