Vorwort. x1
Wie einſt der edle Ritter von la Mancha aus⸗ zog, die ſchmachtenden Prinzeſſinnen in ſeinem Vaterlande von böſen Zauberern und Ungeheuern zu befreien und nur für die plumpe Bauermagd Maritorne mit hölzernen Windmühlenflügeln kämpfte, ſo ſtreitet dieſer moderne Don Quixotte Rußlands auch nur für den praktiſche Befriedigung erheiſchen⸗ den Materialismus ſeines Heimatlandes mit ſpiri⸗ tualiſtiſchen Hirngeſpinſten. Aber glücklicher Weiſe ſteht ihm der Sancho Panſa zur Seite, um dieſe jämmerliche und kalte Strohglut der flachſten Begei⸗ ſterung mit der geſunden Herzenswärme ſeiner prak⸗ tiſchen Nüchternheit abzukühlen.
So findet der Leſer im„Tarantas“ zugleich das eigenthümlichſte Bild ruſſiſcher Zuſtände und Stände; denn der jugendliche Don Quixotte zieht gegen jedes Laſter und Gebrechen zu Felde, wie er für alle Tugend und Trefflichkeit kämpft: der Edelmann, der Tſchinownik, der Kaufmann, der Bauer treten nach der Reihe auf, wir ziehen in das ärmliche Poſtſtationshaus und in den ſchmutzigen Gaſthof ein; Stadt und Land, Kirche und Haus, Kunſt und Natur werden in geiſtreichen Lichtbildern dem Zuſchauer vorgeführt.


