1 Vorwort.
für Rußland wirken zu können, und das ele⸗ ganteſte Portefeuille wartet ſchon der„Reiſeein⸗ drücke“ der Bleiſtift iſt geſpitzt!...
Aber— o weh!— Der Jungruſſe hört gleich im Beginn von dem Altruſſen und Begleiter, daß man in Rußland keine„Reiſe“ macht, ſondern nur eine„Fahrt“, von einem Ort zum andern. Zu ſei⸗ nem Entſetzen findet er auch ſelbſt in Wald, Feld und Straße die peinlichſte Einförmigkeit und keinen Gegenſtand, der würdig wäre, die glänzend weißen Blätter des Notizbuches zu ſchwärzen. Verſchwun⸗ den iſt alle Eigenthümlichkeit und Originalität aus der Welt, und ſelbſt die„braune Waldesmaid“, die ſchmucke Zigeunerin ſingt Couplets aus ruſſiſchen Vaudevilles und trägt Kleider von Zitz. Ein deut⸗ ſcher Schriftſteller, Heinrich Heine, hat aber ſehr treffend einſt geſagt:„O Wehmuth, dein Name iſt Zitz!“ Dieſe Wehmuth erfaßt auch den Helden der„Reiſeeindrücke“, und er haucht dieſelbe nicht in elegiſchen Klagen aus, ſondern in gewal⸗ tigen patriotiſchen Rhapſodieen, die aber nirgends ein Echo finden, ſondern ungehört verhallen an dem ſtumpfen Ohre und nüchternen Verſtande ſeines ge⸗ treuen Achates im Tarantas.


