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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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ſchaften die er in des Prinzen Zimmer gefunden hatte, ausgenommen den Brief der Königin.

Er ernannte die Ingquiſitoren zu oberſten Richtern in dieſer Sache und über ſeinen Sohn und unterwarf ſich ihrem Ausſpruch. Er wußte, der Groll ſolcher Menſchen iſt unſterblich, und er würde ihren Haß gegen den Prinzen noch ſo neu als vor mehreren Jahren finden.

35.

Zwar hatte der König ſtreng verboten, des Prinzen Verhaftung ins Ausland zu melden, doch wurde ſie bald bekannt. Die mehreſten chriſtlichen Regenten verlangten ſeine Begnadi⸗ gung. Vorzüglich machte die Kaiſerin dem Kö⸗ nige die dringendſten Vorſtellungen. Längſt war ihre erſtgeborne Tochter mit dem Erbprinzen von Spanien verlobt. Der König, welcher aufs äußerſte fürchtete, ſeinem Sohne mehr Anſehen und Freyheit zu geben, hatte den Vollzug dieſer Verbindung ſtets verſchoben. Unter mehreren Vorwänden dieſes Verſchubs, verbreitete er das Gerücht, nach dem Urtheile der Aerzte ſey Don Karlos ſeit ſeinem Sturze nicht mehr fähig Kinder zu zeugen. Dieſes Gerücht betrachtete man als Kunſtgriff und die Kaiſerin ſelbſt glaubte nicht daran. Indeß war es dem Kö⸗ nige um ſo leichter dieſe Vermählung zu ver⸗

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