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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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ſchieben, als Don Karlos nicht darauf drang. So vortheilhaft ſie auch für ſeine Plane war, ſo trug er doch Bedenken, eine Prinzeſſin zu ehelichen, die er nicht lieben konnte. Die Kai⸗ ſerin, mit dem Geheimniſſe ſeines Herzens unbekannt, hielt nur dieſe Parthie für ihre Erſtgeborne anſtändig. Sie glaubte den Tod der Königin von Spanien nicht ſo nah; ſie ahnte nicht, daß dieſe ihre Erſtgeborne die Stelle dieſer unglücklichen Königin einnehmen und daß ihr Bruder, der König, durch eine wunderbare Fügung des Schickſals, alle die Prinzeſſinen eheligen ſollte, die dem Sohne beſtimmt waren. Der König, weiter ſehend, ſuchte vorzüglich ſie hinzuhalten und ſich bey ihr zu rechtfertigen. Jene Nachricht brachte indeß die flanderi⸗

ſchen Empörer zu einer Verzweiflung, welche

die blutigſten Folgen hatte. Noch furchtbarer wären ſie geweſen, hätten die Türken Wort gehalten. Allein Miquez glaubte nicht, ohne den Beyſtand des Prinzen die Ottomanniſche

Flotte in ſo ferne Gegenden wagen zu dürfen,

wo ihnen, im unglücklichen Fall, aller Bey⸗ ſtand fehlte. Er ſtimmte alſo den übrigen Miniſtern der Pforte bey und jene Unterneh⸗ mung wurde in die von Cypern verwandelt. Pier bewieß er durch Wunderthaten, daß das Serail nicht ſeine Kraft gelähmt habe.