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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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dem Blutgerüſte. Der Markis von Bergh er⸗ hielt auf Vorbitte ſeines alten Freundes Rui Gomez, die Erlaubniß, ſich zu vergiften. Der Bund dieſer beyden mit dem Prinzen war jeder⸗ mann unbekannt. Sie waren beyde, ſo wie Don Karlos, geſchworne Feinde des General⸗ Inquiſitors, Kardinals Spinoza; und dieſe Feindſchaft war hinreichend, der Irrelegion ver⸗ dächtig zu erſcheinen. Sie klagten dieſen Prä⸗ laten an, der Urheber all der gewaltſamen Maaßregeln des Königs gegen ihr Vaterland zu ſeyn. Der Kardinal hingegen klagte ſie an, unter einem Paße des Prinzen viele Ballen

Kalviniſcher Katechismen aus Frankreich haben

bringen zu laſſen. Auch war der Unwille des Prinzen gegen die Inquiſitoren über Karls des sten Teſtament noch unvergeſſen.

Alles dieß vermochte das Volk, den unſchul⸗ digen Prinzen der neuen Lehre verdächtig zu

achten, von der er nie hatte reden hören. Der

König ſah wohl ein, nur die Religion könne ein ſo auffallendes Verfahren als das ſeine, rechtfertigen. Er zweifelte nicht, auf jene öf⸗ fentliche Meinung geſtützt und bey den Bewei⸗ ſen von dem Einverſtändniſſe ſeines Sohnes mit den Aufrührern, ihn ungeſtraft ſeiner Rache

opfern zu können. In dieſer Anſicht übergab

er dem Groß⸗Inquiſitor alle die Original⸗Brief⸗