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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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ten nahm, die ſich unter dem Bette befand, ſo gerieth er in ſo wüthende Verzweiſtung, daß er nackend, wie er war, ſch in ein Kohlfeuer im Kamin ſtürzte, das ſeine Diener wegen der

damaligen großen Kälte hatten anzünden müſ⸗ ſen. Man zog ihn gewaltſam heraus und er ſchien untröſtlich, daß er ſich nicht hatte er⸗ ſticken können. Man räumte ſchnell ſein Zim⸗ mer aus und ſtatt aller koſtbarer Möbeln wurde eine ſchlechte Matraze auf den Boden gebreitet. Keiner ſeiner Diener erſchien mehr vor ihm. Er wurde ſtets aufs ſtrengſte bewacht. Man zog ihm ein Trauerkleid an; und nur unbe⸗ kannte eben ſo gekleidete Perſonen bedienten ihn.

Dieſer unglückliche Erbe ſo vieler Kronen, ſah von nun nur das ſchauerliche Bild des Todes um ſich.

Der König erſah indeß in den Briefſchaften, deren er ſich bemächtigt hatte, die Abſichten und geheimen Verbindungen des Prinzen; er erſchrack über die Gefahr, die ihm gedroht hatte.

Aber noch größer war ſein Schrecken, als er unter andern Schriften von der Königin Hand, einen Brief fand, der ihm voll Leiden⸗ ſchaft ſchien. Es war der Brief, den der Mar⸗