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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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wie unwahrſcheinlich es ſey, daß man ſich in einem ſo bekannten und ausgezeichneten Manne als der Ermordete, geirrt habe; und daß nur ſein Vater eine ſolche That habe wagen können. Er errieth alſo bald, ſo wie die Königin den wahren Urheber.

28.

Indeß glaubten ſie Beyde nicht, daß der König auf den Markis eiferſüchtig geweſen; ſie glaubten, daß er nicht als Liebhaber, ſon⸗ dern als Vertrauter ermordet worden und daß ſie verrathen ſeyen. In Betrachtung der lei⸗ denſchaftlichen Liebe des Königs für ſeine Ge⸗

mahlin, ſeines Haſſes gegen den Prinzen und

ſeines natürlichen, blutdürſtigen Karakters habe er, überzeugt, daß ſie ſeiner Rache ſich nicht entziehen könnten, mit jenem Morde begonnen, um ihnen ein Vorgefühl ihres Schickſals zu geben.

„

An den Höfen giebt es kein ſo tiefes Ge⸗

heimniß, das nicht von einer jener unbeach⸗ teten Perſonen entdeckt würde. Einſt ſetzte ſich Don Karlos zu Tiſche und fand ein Papier unter dem Teller, das folgendes enthielt: „Aus einer verzweifelten Lage kann man „nur durch einen kraftvollen Entſchluß ſich ret⸗ N