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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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Der unglückliche Poſa errang ſogleich beym erſten Rennen den Preiß. Zwar war dieß ge⸗ wöhulich der Fall; doch der König hielt ſeine Geſchicklichkeit für die Folge ſeiner Liebe und dieß beunruhigte ihn ſo ſehr, daß er das Feſt nicht enden laſſen konnte. Er gab eine Un⸗ päßlichkeit vor, um es zu unterbrechen, und ſeine Wuth nicht zu verrathen. Er beſchloß ſogleich, den Markis und zwar dergeſtalt er⸗ morden zu laſſen, daß die Königin und er die Veranlaſſung erkennen ſollten. Doch Rui Go⸗ mez, dem er ſich hierüber vertraute, machte

ihn auf die Folgen aufmerkſam. Er bemerkte ihm die vertraute Freundſchaft ſeines Sohnes und des Markis und daß er von deſſen Rache alles t fürchten habe, wenn er einſt den Mör⸗ der ſeines Freundes erführe. Dieß bewog den König, ſeinen Plan zu ändern. Er begnügte ſich, den Markis bald nachher bey Heimkunft vom Hofe auf der Straße erdolchen zu laſſen. Um die Wahrheit zu verſchleyern, mußten die Meuchelmörder, da ſie ihn todt ſahen, ſich ſtellen: als hätten ſie ſich in der Perſon

geirrt.

Die Königin trauerte tief über den Verluſt

eines ſo trefflichen Freundes und ahnte nun alle Folgen. Don Karlos errieth den wahren Grund nicht ſogleich. Doch er ſah bald ein,