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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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er war nur auf wechſelſeitige Bewunderung gegründet.

Die Stelle des Günſtlings bey einem Kron⸗ Prinzen iſt gefährlich; der Markis hatte alſo Don Karlos gebeten, ſein Vertrauen zu ihm ſo wenig als möglich öffentlich zu zeigen. So innig alſo auch ihre Vertraulichkeit war, ſo erſchien doch im Publikum davon nichts weiter, als, daß Don Karlos, ſo wie jedermann, an ſeiner Unterhaltung Geſchmack fand.

Das Geheimniß ihrer Freundſchaft befähigte den Markis, der Königin und dem Prinzen jetzt en dienen. Doch dieſe wußte, daß Don Karlos leicht zu tänſchen war; ſie wollte alſo den Markis erſt ſelbſt prüfen, eh' ſie ſich ihm vertraute. Unter dem Vorwand irgend eines ihm zu ertheilenden Auftrags erfaßte ſie die erſte Gelegenheit, wo ſie ihn in des Königs Zimmer antraf, ſich mit ihm zu unterhalten. Er erſchien ihr ſo verſtändig, daß dieß ſie ent⸗ zückte. Auch er war es vom Geiſte der Köni⸗ gin und die natürliche Ruhe ſeines Karakters kam ihm ſehr zu ſtatten. So wie dieſe Für⸗ ſtin ſich dem Markis in dieſer Unterredung zeig⸗ te, würde ihre Anmuth und ihre Schönheit jedem minder beſonnenem Leidenſchaft für ſie eingeflößt haben. Doch faßten ſie in der Folge

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