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gen Zeitpunkte Maaßregeln zu berathen. Des Königs Herſtellung war ſo bald nicht zu hoffen, und die Aerzte verſicherten, das Fieber werde lange anhalten. Die Königin und Don Karlos hielten dafür, Schreiben ſey zu gefährlich; ſie beſchloßen alſo, eine treue Perſon zu wäh⸗ len, durch welche ſie ſich mittheilen konnten. Der Prinz, der Don Inan ſich ganz ergeben wähnte, warf die Augen auf ihn, um ihn zum Vertrauten zu machen. Doch die Königin glaubte in deſſen Augen öfters die Sprache der Liebe bemerkt zu haben. Auch glaubte ſie ingleichen bey der Fürſtin Eboli einige Nei⸗ gung für Don Juan und ein Verſtändniß zwi⸗ ſchen ihnen, bemerkt zu haben.
Sie vermochte alſo den Prinzen, dieſen Plan aufzugeben. Don Karlos hatte es nicht gewagt, den Markis Poſa vorzuſchlagen, weil die Königin ihn weniger kannte, als Don Inan. Dieſer Günſtling war der vollkommenſte unter den jungen Edelleuten, die mit dem Prinzen erzogen wurden. Obgleich lebhaft, war er von Natur beſonnen und ernſt. Don Karlos, ein richtiger Menſchenbeobachter, hatte ihn längſt ausgezeichnet. Der Markis bewunderte des Prinzen erhabnen und edlen Sinn. Dieß hatte einen engen Bund zwiſchen ihnen geknüpft, einen ſeltnen zwiſchen Fürſt und Diener; denn


