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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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ſchlägen Preiß zu geben, welche Neid ihres

Ruhms und Edelmuths dem Herzog von Alba einflößte. Sie verſicherten, ſeine Seelengröße ſey der einzige Troſt in ihren Leiden.

Die kriegeriſche Neigung des Don Karlos war bisher von ſeiner leidenſchaftlichen Liebe unterdrückt worden; Schaam überfiel ihn, bis

jetzt nichts für ſeinen Ruhm gethan zu haben. Voch mehr entflammten ihn gewiſſe Briefe des

Grafen v. Egmont. Dieſer foderte ihn auf, das ihm einſt gegebene Wort zu halten: nach Flandern ſich zu begeben, ſo bald dort der Krieg ausbreche. Er ſtellte die Lage dieſer Provinzen ſo günſtig für Don Karlos dar, daß dieſer beſchloß, ſich die Statthalterſchaft der⸗ ſelben zu erbitten. Er hoffte, bald in Stand

zu kommen, zu unternehmen, was Muth und

Ehrgeiz ihm eingab, wenn ſeine den Aufruhr geſtillt habe.

Kaum hatte er dieſen Entſchluß gefaßt/ ſp erſchien ihm das Bild der Königin reizender als je und ſetzte ihn in Zweifel, ob er die Kraft habe, ſie zu verlaſſen. Doch reiferes Nachdenken über ſeine Lage, erſtarkten ſeinen erſten Entſchluß. Im Beginnen ihres Bunds hatte die große Jugend der Prinzeſſin ihr nicht erlaubt, dem Prinzen ihre Achtung und Theil⸗

nahme zu verbergen. Aber, erfahrner, hatte

v. Soden's Erzähl. II. 156