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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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ſie, wegen einer für ſie Beydr gleich inter⸗ eſſanten Angelegenheit, ingeheim ſprechen könne⸗ Gerührt von ſeinen dringenden Bitten, ſeiner Verzweiflung, bewilligte ſie es. Sie über⸗ legten nun die Mittel; aber alle ſchienen der Königin ſo gefahrvoll, daß ſie ſolche ausſchlug, ſo leicht auch der Prinz ſie darſtellte.

In jener Periode langten der Markis von Bergen und der Baron von Montigni als Ab⸗ geordnete der flandriſchen Stände bey Hofe an⸗ Ihr Auftrag war gefährlich; ſie ſetzten alſo ihre größte Hoffnung auf den Ruf von des Prinzen Edelmuth und der Königin natürli⸗ chen Güte. Es war indeß genug, unglücklich, edel und von der Königin beſchützt zu ſeyn, um Don Karlos Liebe zu gewinnen.

Die Abgeordneten ſtellten ihnen die unglück⸗ liche Lage vor, in welche der Kardinal Gran⸗

ville, erſter Miniſter der Statthalterin, den

flandriſchen Adel durch ſeine üble Dienſte beym Könige geſtürtzt hatte. Sie betheuerten ihre Treue und Unſchuld an den letzteren Unruhen. Sie beſchworen beſonders den Prinzen, ſo viele edle Diener des Kaiſers und Lieblinge deſſel⸗ ben nicht den gewaltſamen und übereilten Rath⸗