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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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ſie ſpäter eingeſehen, daß jeder Beweis ihrer Neigung ſeine Leidenſchaft nähre. Sie ſtellte ihm bey jeder Gelegenheit die Folgen derſelben und das furchtbare Schickſal vor, dem er ſie ausſetze. Der Prinz konnte ſich nicht verber⸗ gen, daß ſie recht habe, ſich immer mehr zu⸗ rückzuziehen. Er glaubte alſo eine kräftige Anſtrengung machen zu müſſen, die Königin von einer Leidenſchaft zu befreyen, die ihr ſo gerechte Beſorgniſſe verurſachte und nicht beſſer gemildert werden könne, als durch eine lange Abweſenheit und durch Großthaten.

Kaum erblickte er die Königin wieder, ſo fühlte er, es ſey ihm unmöglich ſie nicht zu ſehen. Er erzählte ihr ſeine Verhandlungen mit den Abgeordneten und ſeinen Plan. Er bat ſie tauſendmal um Verzeihung, daß er einen Augenblick geglaubt habe, von ihr entfernt leben zu können. Doch die Königin, die ihn von ſeiner Leidenſchaft zu heilen ſuchte, ver⸗ pflichtete ihn wider ſeinen Willen, den Plan der Expedition nach Flandern zu verfolgen Um ihn dazu zu vermögen, machte ſie ihm be⸗ greiflich, dieſe Reiſe werde des Königs ver⸗ muthlichen Unwillen über ihren Bund beſchwich⸗ tigen. Nach ſeiner Rückkunft würden ſie weni⸗ ger beobachtet werden, und der Ruhm den er ohne Zweifel erringen würde, ſein Anſehen ver⸗