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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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Rentkammer⸗Direktors zu beantworten. Von nun an waren ſie nicht einen Augenblick mehr allein. Als es dämmerte, empfahl ſich der Prinz.

17.

Statt ins Arbeitszimmer gieng er in ſein Schlafzimmer. Vergebens hoffte er, durch Ruhe den Tumult ſeiner Empfindungen zu be⸗ ſchwören. Er ſprang auf, ſetzte ſich und ent⸗ warf an die blauangige Charlotte-Theodore eine Epiſtel, die— jeder Liebende hier aus⸗ füllen mag.

Spät warf er ſich auf's Bett, um nun wirk⸗ lich von der Geliebten zu träumen. Doch er hatte vergeſſen, ſein Zimmer abzuſchließen, und

des Morgens ſtand Hofrath Reinhold an ſeinem Bette.

Ich bedaure, Prinz, daß ich Sie ſtören muß; aber ein Schreiben von dem Herzog, das ich ſo eben durch eine Stafette erhielt—

„Von meinem Vater? Mein Gott!“ fuhr Theodor beſtürzt auf: Er iſt doch nicht krank?“

Das iſt er, erwiederte Reinhold, obwohl nicht bedenklich, wie ich hoffe. Er befiehlt uns, augenblicklich abzureiſen. Der Reiſewa⸗ gen ſteht vor der Thüre.