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„Das bin ich!“ erwiederte die Präſidentin ſanft, doch feſt.
„Auch eine glückliche Gattin?“ fuhr der Prinz nach einer kleinen Pauſe bedeutend fort.
„Nein, Herr Hofrath! Warum ſollte ich es Ihnen verbergen? Ihr offenes Geſicht hat ſchon geſtern mein Herz aufgeſchloſſen. Nein, das bin ich nicht. Die arme Tochter eines Staabs⸗ offiziers, der hier ſeine kleine Penſion verzehrte, hielten nach ſeinem Tode die Verwandten mich für überglücklich, im fünfzehnten Jahre von dem reichen Präſidenten, dem Erſten der Grafſchaft, zur Gattin gewählt zu werden. Ich gehorchte. Lieben konnte ich dieſen Gatten nicht;z ich be⸗ mühte mich, ihn hochzuſchätzen, ihn zu ehren.“
„Und dies wäre Ihnen gelungen?“ ſiel Theodor haſtig ein.
Eine Thräne ſchlich ſich aus dem himmel⸗ blauen Auge.
„Es iſt Ihnen gelungen?“ wiederholte der Prinz. „Nein!“ erwiederte die Präſidentin endlich, und trocknete ihre Thränen:„ Es iſt mir nicht
gelungen, es konnte mir nicht gelingen. O
verzeihen Sie, Herr Hofrath, daß ich mit mei⸗ nen häuslichen Leiden Sie unterhalte. Aber ein unwiderſtehlicher Zug gebietet mir Vertrauen zu Ihnen, und meine Pflicht heiſcht es.“


