— 11—
er blieb an ihrer Seite, und die Frau Präſi⸗ dentin verrieth ſo viel zarte Weiblichkeit, ſo viel reine Geiſtesbildung, ohne Prezioſität und Anſprüche, ſo viel tiefes Gefühl, daß unſerm Prinzen Stunden wie Minuten verſchwanden, und der gute alte Reinhold ihn mehrmals mah⸗ nen mußte, daß Mitternacht vorüber und Mor⸗ gen Sitzung ſey. 1 Beim Abſchied bat Theodor die ſchöue Prä⸗ ſidentin um Erlaubniß, ihr wieder aufzuwar⸗ ten, und ſie lud ihn auf eine ſehr freundliche Weiſe zum Frühſtück ein. Se. Durchlaucht ge⸗ ruhten die Seſſion zu vergeſſen, und ſagten zu⸗
7.
Am andern Morgen empfing die Präſidentin unſern Theodor in einem eleganten Neglige. Ihr blaues Auge ſtrahlte ſo freundlich und mild; ſie drückte dem Jüngling leiſe und doch ſo herzlich die Hand; ſie lud ihn ſo unbefan⸗ gen zu ſich auf das Sopha ein, daß— Se⸗ Durchlaucht ſchon von einer Schäferſtunde träumten.
Da erbat ſie ſich, indeß die Chokolade auf⸗ getragen wurde, von dem Herrn Hofrathe die Erlaubniß, ihm, Cornelien gleich, ihren Schmuck, ihre Juwelen zu zeigen, und ſogleich ſprangen


