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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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wundend, nein, erwärmend. Da fürchtet dein Blick nicht die Begegnung, nicht den Austauſch;z denn was könnte von der Milde man Böſes ahnen? Aber lach! da ſpiegeln dann, da permählen ſich dann von Anſchaun zu Anſchaun die Seelen, und die Feſſeln, die diamantnen⸗ ſind geſchmiedet!

Ich ehre, erwiederte der Erbprinz,ich ehre, theurer Vater, Ihre tiefern Einſichten, Ihre Erfahrung; und Ihr Plan alſo?

Iſt darum noch nicht aufgegeben; nur wird mir mein guter Theodor für die Fort⸗

ſetzung deſſelben einige Vorſichtsmaasregeln nach⸗

ſehen, die ich zu ſeinem eigenen Schutze nöthig glaube.

Was Sie wollen, wie Sie wollen, mein Vater!

Nun, ſo höre! Du weißt die Grafſchaft N., die unſerm Hauſe durch Erbſchaft zufiel, iſt dreißig Meilen von uns entfernt. Unter dem Schutze dieſer Entfernung ſpielen unſere Diener die Deſpoten. Unter meinem Namen werden dort die empörendſten Ungerechtigkeiten und Er⸗ preſſungen begangen. Die Klagen der gedrück⸗ ten Einwohner ſind endlich bis zu mir gedrun⸗

gen. Der Präſident dort iſt ein Schützling des

Riniſters, die übrigen Amtleute ſind ſeine Ge⸗ ſchöpfe. Ich will dieſe Klagen enden, ich will