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Erzählungen / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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melblaue Augen öffnen, in welchen du den Him⸗ mel ſelbſt mit allen ſeinen Engeln zu erblicken glaubſt? Theodor, ich fürchte, ich fürchte!

Fürchten Sie nichts, mein theurer Vater! Sie kennen die Gluth meines Temperaments, und wie könnte ich, wie möchte ich ſie auch Ihnen verbergen, Ihnen, meinem geliebten Vater, meinem einzigen Vertrauten? Schwarze Augen können mir freilich durch ihren tiefboh⸗ renden Strahlenblick gefährlich werden, zumal wenn ſie, wie dort, mit Unſchuld und reinem gemüthlichen Sinne gepaart ſind, die zugleich mein Herz anſprechen; aber matte blaue Augen, Signale der Abſpannung, der Schwäche, des Mangels an Feuer und Kraft die können Ihrem glühenden Theodor nie gefährlich wer⸗ den; denn

O weh! o weh! fiel der gute Herzog ein:Ich ſehe wohl, du kennſt die Macht der blauen Augen nicht, und deſto größer iſt deine Gefahr, deſto ſicherer dein Untergang. Ein ſchwarzes Auge zündet freilich mit Einem Blitz⸗ ſtrahl. Kaum wagſt du es, ihm zu begegnen, und doch liegt dein Herz in Aſche; aber ganz anders das blaue Auge. Freundlich und unbefangen blickt es dich an, in der ganzen

Fülle ſeiner Sanftheit und Milde, nicht ver⸗