Teil eines Werkes 
15. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 2. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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Marie, ich bin ihr ſo Schwermüthig, da ſitze ich oft allein und ſchreie und greine und nehme aſſofödida ein und rieche an ge⸗ brannte Federn und am Lichtpuzen, und bete Dag und Nacht um Gnade, daß ich einen Funken von dem neuen Lichte erhalte, daß es mich leite in dieſem drüben Jammerthal. Und doch fehlt es mir an gar nichts bei dieſen brawen Leuten, denn die ſind alle ſo gut und fromm, daß man glauben könnte, es ſeyen lauter Heilige aus dem Himmel. Bete ſie vor mich, liebe Mieckchen, und grüße ſie mir Salome und bin bis in den Tod

Ihre tiefbetrübte und getreue Freundin

Den 14. Oetober. Winifred Jenkins.

An Dortor Ludmig. Liebſter Doctor!

Sie glauben gar nicht, welches Vergnügen es mir macht, nach ſo langem Stillſchweigen von Ihrer Seite wieder einmal einen Buchſtaben von Ihnen zu Geſicht zu bekommen, und doch hat mir, Gott im Himmel weiß es, Ihre Handſchrift oft Angſt und wehe gemacht: ich meine nämlich auf den länglichten Zetteln, in Abbreviaturen und in verketzertem Apothekerlatein. Ihr Gedanke, dem Herrn Lismahago eine Einnehmersſtelle zu verſchaffen, ge⸗ fällt mir ſehr gut; auch er hat eine große Freude an dieſem Plan, er läßt Ihnen ſein Compliment ſagen und zum Voraus ſchönſtens für Ihre gütige Theilnahme danken. Der Mann ſcheint ſich bei genauerer Bekanntſchaft zu beſſern. Die rauhhaarige Zurückhaltung, die eine unangenehme Hülſe um ſeinen Charakter machte, fängt an zu platzen und abzuſpringen, je mehr wir miteinander umge⸗ hen. Ich habe alle Hoffnung, er und Tabby werden ſich eben ſo glücklich zuſammen paaren, als irgend ein zweiſpänniger Zug im Königreich, und ich zweifle nicht daran, daß wir zu unſern Win⸗ tergeſprächen am Kamin unſere kleine Geſellſchaft mit einem wür⸗ digen Mitgliede vermehrt haben.