Teil eines Werkes 
15. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 2. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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wie eine leibliche Tochter; mein Oheim, meine Tante und mein Bruder widerſetzen ſich meinen Wünſchen nicht mehr, ſondern haben alle beſchloſſen, uns in Bälde glücklich zu machen, und in drei oder vier Wochen wird, wenn nicht ein unvorhergeſehenes Hinderniß eintritt, Ihre Freundin Lidoy Melford Namen und Stand geändert haben. Ich ſage, wenn kein Hinderniß eintritt, weil ich über einem ſolchen Strom von Glückſeligkeit wirklich er⸗ zittere. Gott gebe nur, daß unter den Roſen keine Schlange ver⸗ borgen liegt. Ich habe kein Verdienſt und ſchlechterdings keine Anſprüche auf ſo viel Glückſeligkeit. Deßwegen kann ich dieſe herrlichen Ausſichten auch nicht genießen, ſondern mein Gemüth iſt in einem beſtändigen Tumult von Hoffnungen und Wünſchen, von Zweifeln und Beſorgniſſen. Ich kann weder eſſen noch ſchlafen, und mein Blut iſt in beſtändiger Wallung. Mehr als je fühle ich die Leere in meinem Herzen, die nur Ihre Gegenwart aus⸗ füllen kann. Das Gemüth ſucht immer, wenn es unruhig iſt, ſeinen Frieden am Vuſen der Freundin, und ich bin gegenwärtig in einem Strudel, aus dem ich mich wahrhaftig ohne Ihre Ge⸗ ſellſchaft und Ihren Rath nicht herausfinden kann. Deßwegen, meine theuerſte Letty, muß ich Ihre Freundſchaft auf die Probe ſetzen; ich muß Sie bitten, daß Sie kommen, und Ihrer Ge⸗ ſpielin, Lydia Melford, die letzten jungfräulichen Dienſte erweiſen. Dieſer Brief iſt in einen andern von Madame Denniſon an unſere würdige Lehrerin eingeſchloſſen, worin ſie um Verwendung bei Ihrer Frau Mutter gebeten wird, daß ſie Ihnen erlaubt, uns bei dieſer Gelegenheit mit Ihrer Gegenwart zu erfreuen, und ich ſchmeichle mir, daß unſerer Bitte nichts Erhebliches im Wege ſtehen wird. Die Wege ſind gut, und Sie können in zwei Tagen von Glouceſter hier ſeyn. Herr Klinker, nunmehr Loyd, wird zu Ihnen kommen, und Sie auf der Reiſe begleiten. Wenn Sie Morgens um ſieben Uhr mit Ihrer Kammerjungfer Betty in die Poſſchaiſe ſteigen, ſo haben Sie Mittags vier Uhr den halben Weg zurück⸗