Teil eines Werkes 
15. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 2. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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in dieſem Briefe nicht ſuchen, meine theuerſte Willis. Seit mei⸗ nem Letzten haben die Sachen eine ganz andere Geſtalt genommen. Und welche Geſtalt! Doch ich will Ihnen Eines nach dem Andern berichten. Vor etwa acht Tagen, als wir durch einen Fluß fuhren, wurde unſer Wagen umgeworfen, und mehrere von uns nur mit genauer Noth vom Waſſertode errettet. Mein Oheim war in großer Lebensgefahr. Gütiger Gott, ich kann nicht ohne Schauder und Entſetzen daran denken. Ich hätte meinen beſten Freund, meinen Vater und Beſchützer verloren, wenn nicht ſein Bedienter, Humphry Klinker, ſo entſchloſſen und ſo ſchnell geweſen wäre. Dieſen Menſchen ſcheint die Vorſehung ausdrücklich in die Dienſte meines Oheims gegeben zu haben, damit er ihn bei dieſer Gele⸗ genheit retten ſollte. Ich möchte nicht gerne für abergläubiſch ge⸗ halten werden, aber es hat ihn gewiß etwas angetrieben, was ſtärker wirkte, als gewöhnliche Treue. War es nicht die Stimme der Natur, die ihn laut aufforderte, ſeinem Vater das Leben zu retten? Denken Sie ſich, liebe Letty, es hat ſich herausgeſtellt, daß Humphry Klinker meines Oheims natürlicher Sohn iſt.

Faſt in demſelben Augenblicke zeigte es ſich, daß ein Herr, der uns ſeinen Beiſtand anbot und uns zu ſich in ſein Haus lud, zufälliger Weiſe ein alter Freund meines Oheims ſeyn mußte. Er heißt Denniſon, und iſt einer der würdigſten Männer, die Gott geſchaffen hat; auch ſeine Gemahlin iſt eine wahre Heilige auf Erden. Sie haben einen einzigen Sohn. Sollten Sie wohl den⸗ ken können, wer dieſer einzige Sohn iſt? O meine Letty! O gütiger Gott! Wie mein Herz pocht, indem ich Ihnen ſage, daß dieſer einzige Sohn des Herrn Denniſon Niemand anders iſt, als der Jüngling, der unter dem Namen Wilſon eine ſolche Ver⸗ heerung in meinem Herzen angerichtet hat. Ja, meine geliebteſte Freundin, Wilſon und ich wohnen jetzt in demſelben Hauſe und können ohnen allen Zwang mit einander ſprechen. Sein Vater billigt ſeine Neigung für mich, ſeine Mutter liebt mich ſo zärtlich