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begrüßen. Da dieſe Leute alle entweder Vorſchläge, Klagen oder Bitten vorzubringen haben, ſo warten ſie ganz geduldig, bis der Laird hervorkommt, folgen ihm dann auf ſeinen Schritten nach und haben alle der Reihe nach ihre kurze Audienz. Vor zwei Tagen fertigte er mehr als hundert verſchiedene Bittſteller unter⸗ wegs ab, während er mit uns zu einem benachbarten Edel⸗ mann ging, der uns zum Mittageſſen gebeten hatte. Die Haus⸗ haltung unſeres Wirthes iſt bei aller Gaſtlichkeit etwas bäueriſch und ſchmeckt ſehr nach der Einfachheit der alten Zeiten. Die große Halle iſt fünfundvierzig Fuß lang, zweiundzwanzig Fuß breit, mit großen Steinen bepflaſtert und dient nicht allein zum Speiſeſaal, ſondern auch zum Schlafgemach für die freien Leute, die zur Familie gehören. Nachts werden an jeder Seite längs der Wand ein halb Dutzend Lagerſtellen von Haidekraut zubereitet, das mit der Wurzel ausgerupft und auf ſolche. Art zurecht gelegt wird, daß es ein recht angenehmes Lager gibt; und darauf ſchla⸗ fen ſie denn, ohne eine andere Decke zu gebrauchen, als ihren ge⸗ würfelten, ſchottiſchen Mantel. Meinem Oheim und mir erwies man die Höflichkeit, uns beſondere Zimmer und Federbetten anzu⸗ weiſen, allein wir baten darum, ſie gegen ein Haidelager vertau⸗ ſchen zu dürfen, und in der That habe ich noch niemals ſo ange⸗ nehm geſchlafen. Das Lager war nicht allein ſanft und elaſtiſch, ſondern das Haidekraut, das eben in der Blüthe ſtand, verbreitete
auch einen äußerſt lieblichen Geruch, der ungemein erfriſchend und
ſtärkend iſt.»
Geſtern waren wir zum Begräbniß einer alten Dame einge⸗ laden, der Großmutter eines benachbarten Edelmanns, und be⸗ fanden uns mitten unter fünfzig Perſonen, denen man ein pracht⸗ volles Gaſtmahl gab, gewürzt mit der Muſik von einem halben Dutzend Pfeifer. Kurz, dieſe Zuſammenkunft hatte ganz das An⸗ ſehen eines großen Feſtmahls, und die Gäſte erwieſen der Küche und dem Keller ſo viel Ehre, daß viele kaum mehr auf den Füßen


