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eine Ausforderung an alle Feinde des Clans bedeutet; jeden Mor⸗ gen ſpielt er eine volle Stunde lang auf dem großen Vorplatze, wobei er in feierlichem Schritte beſtändig auf und ab geht, und von allen männlichen Verwandten des Lairds begleitet wird, denen die Muſik gar ſehr zu gefallen ſcheint. Während dieſes Spazier⸗ gangs unterhält er ſie mit allerlei Melodien, welche den verſchie⸗ denen Leidenſchaften angemeſſen ſind, die er entweder erwecken oder beſchwichtigen will.
Herr Campbell ſelbſt ſpielt ſehr gut die Violine, hat aber eine unüberwindliche Abneigung gegen die hochländiſche Sackpfeife, die einen heul enden und zugleich widrig näſelnden Ton gibt, und dadurch auch für Ohren, die auf keine beſondere Zartheit An⸗ ſpruch machen, völlig unausſtehlich iſt, zumal wenn ihr Schall durch den Wiederhall eines gewölbten Vorplatzes noch verſtärkt wird. Er bat alſo den Pfeifer, er möchte ſich doch ſein erbarmen und ihm dieſen Theil des Morgenſegens erlaſſen. Als der Clan deß⸗ halb eine Berathung pflog, fiel der einſtimmige Beſchluß dahin aus, man könne in das Verlangen des Lairds nicht willigen, ohne
einen gefährlichen Eingriff in die wohl hergebrachten Familie⸗
bräuche zu geſtatten. Der Pfeifer erklärte, er dürfe ſich des Pri⸗ vilegiums, das ſeine Vorfahren auf ihn ererbt, keinen Augenblick begeben und die Verwandten des Lairds wollten eine Ergötzlichkeit nicht miſſen, die ſie höher ſchätzten als alle andere. Was war da zu machen? Herr Campbell mußte ſich in Gottes Namen die Sache gefallen laſſen, und iſt froh, daß er ſeine Ohren mit Baumwolle verſtopfen, ſeinen Kopf mit drei oder vier Nachtmützen bedecken und alle Morgen in die entlegenſten Zimmer ſeiner Wohnung fliehen kann, um dieſer täglichen Plage zu entgehen. Wenn die Muſik zu Ende iſt, zeigt er ſich an einem offenen Fenſter, das auf den Hofraum geht, der ſich um dieſe Zeit mit ſeinen Vaſallen und Dienſtleuten anfüllt, welche ſeine erſte Erſcheinung mit entblösten Häuptern und den demüthigſten Bücklingen bis tief auf die Erde


