Teil eines Werkes 
15. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 2. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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und finden ihn ſehr zuträglich gegen die Winterkälte, die in dieſen Gebirgen äußerſt ſtreng ſeyn muß. Ich habe mir ſagen laſſen, daß man mit großem Erfolg den Kindern Whisky als Herzſtärkung gebe, wenn ſie die zuſammenfließenden Blattern haben, die nicht hervorkommen oder zurücktreten wollen, oder ſich überhaupt als bösartig ankündigen. Die Hochländer ſind gewöhnt, weit mehr Fleiſchſpeiſen zu eſſen, als ihren Nachbarn im platten Lande zu Theil wird. Sie ſind Freunde von der Jagd und haben Roth⸗ und anderes Wildpret in Menge, überdieß laufen ganze Haufen von Schafen, Ziegen und größeres Hornvieh bei ihnen als Wild herum, und ſie machen ſich kein Gewiſſen daraus, Zahmes für Wild zu ſchießen, auch nehmen ſie es mit dem Eigenthumsrecht nichts weniger als genau.

Inverary iſt ein armes Städtchen, obgleich es unter dem un⸗ mittelbaren Schutz des Herzogs von Argile ſteht, der in dieſem Theile von Schottland ein gewaltiger Fürſt iſt. Die Bauern leben in armſeligen Hütten und ſehen ſehr dürftig aus, die Edelleute dagegen wohnen nicht ſchlecht und ſind ſo liebreich gegen die Frem⸗ den, daß man durch ihre Gaſtfreundſchaft beinahe in Lebensgefahr geräth. Ich muß hier bemerken, daß die armen Hochländer nicht mehr ſo gut wie ſonſt in's Auge fallen. Durch eine Parlaments⸗ Akte ſind ihnen nicht nur die Waffen abgenommen, ſondern auch ihre alte ſo hübſche und bequeme Tracht iſt verboten worden, ja, was noch ärger iſt, man nöthigt ſie, Beinkleider zu tragen, und dieſer Zwang i ihnen ganz unausſtehlich. Die meiſten tragen ſie zwar, aber nicht am gehörigen Orte, ſondern an einem Stocke oder dergleichen auf der Schulter. Ja man entzieht ihnen ſogar den Gebrauch ihres geſtreiften und gewürfelten Zeuges, Tartane genannt, den ſie ſelbſt bereiteten und höher ſchätzten als alle Sammt⸗, Brokade⸗ und andere Webereien von Europa und Aſien. Jetzt ſchlendern ſie in großen Mantelröcken von grobem, braunem Tuche herum, die eben ſo armſelig ausſehen als ſie beſchwerlich

Smollet's Romane. RV. 2