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Seite des Lough⸗Lomond. Dieſer iſt ein ſehr großer Landſee, der durchſichtig reines und helles Waſſer hat, an einigen Orten beinahe unergründlich tief, zwei bis dritthalb Meilen breit und ungefähr acht Meilen lang iſt. Es liegen darin mehr als zwanzig grüne Inſeln, auf welchen Büſche und Bäume wachſen; einige davon ſind mit Korn angebaut und mehrere haben Rothwildpret in Menge. Sie gehören verſchiedenen Edelleuten an, deren Landſitze längs den Ufern dieſes Sees zerſtreut liegen, und über alle Beſchreibung romantiſch in's Auge fallen. Mein Oheim und ich haben unſere Damen in Cameron gelaſſen, da man, um hieher zu kommen, in einem Boote über einen kleinen Arm der See fahren muß, Jungfer Tabitha aber ſich um Alles in der Welt dem Waſſer nicht mehr anvertrauen will. Die Landſchaft hier erſcheint immer milder, je weiter man hinein kommt, und die Hochländer unter⸗ ſcheiden ſich von den Plattländern gar ſehr in Sprache, Kleidung und Ausſehen.“
Wenn die Plattländer einen Feſttrunk thun wollen, ſo gehen ſie in eine öffentliche Schenke und laſſen ſich einen Schoppen Zwei⸗ pfenniger geben, d. h. ein dünnes, brauſendes Malzgetränke, nicht ganz ſo ſtark als das engliſche Tafelbier. Dieſes bringt man in einer zinnernen Kanne, welche kegelförmig geſtaltet iſt, und von da aus wird es in eine ſogenannte Quaſt geſchüttet, das heißt in einen artigen Becher, beſtehend aus allerlei hölzernen Stäbchen, wie von Buchsbaum, Ebenholz und ſo weiter, das eine in's an⸗ dere gefügt, mit ſehr ſaubern Reifen und zwei Henkeln. Es ent⸗ hält ungefähr einen halben Schoppen, iſt am Rande zuweilen mit Silber beſchlagen und hat auf dem Boden eine Platte von dem⸗ ſelben Metall, worin der Name des Wirths eingegraben iſt. Die Hochländer dagegen verachten dieſes Getränk und thun ſich güt⸗ lich in Whisky, einer Art Kornbranntwein, ſo ſtark als Genevre, den ſie in großen Quantitäten verſchlucken, ohne daß man ihnen Betrunkenheit anmerkt. Sie ſind von der Wiege an daran gewöhnt


