Teil eines Werkes 
14. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 2. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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An Sir Watkin Philipps im Jeſuitenkollegium zu Orford. Mein lieber Philipps!

Wenn ich noch länger in Edinburgh bleibe, ſo verwandle ic mich von Kopf bis zu Fuß in einen Caledonier. Mein Oheim meint, ich habe bereits etwas vom hieſigen Accent angenommen. Die Leute ſind hier ſo gefällig und ſo zuvorkommend höflich gegen Fremde, daß ich unmerklich in den Strom ihrer Sitten und Ge⸗ bräuche hineingerathen bin, obgleich dieſe in der That von den unſrigen weit mehr verſchieden ſind, als Sie ſich nur einbilden können. Dieſen Unterſchied indeß, der mir bei unſerer erſten An⸗ kunft ſo ſehr auffiel, werde ich jetzt kaum mehr gewahr, und mein Ohr iſt vollkommen mit dem ſchottiſchen Accent ausgeſöhnt, ja im Munde eines hübſchen Mädchens finde ich ihn ſogar lieblich. Es iſt eine Art doriſcher Dialekt und gibt eine Idee von liebenswür⸗ diger Einfachheit. Sie können kaum glauben, wie wir in dieſer guten Stadt Edinburgh geliebkost und fetirt werden. Durch beſondere Gunſt des Magiſtrats ſind wir ſogar zu Freibürgern und Gildebrüdern aufgenommen worden.

In Bath habe ich einen drolligen Auftrag an einen Bewohner dieſer Hauptſtadt erhalten. Als Quin hörte, daß wir auch Edin⸗ burgh zu beſuchen gedenken, zog er eine Guinee aus dem Sacke und bat mich um die Gefälligkeit, dieſelbe hier in einem Wirths⸗ hauſe mit einem ſeiner beſten Freunde und Zechbrüder, dem Ad⸗ vokaten R., zu vertrinken. Ich nahm den Auftrag an und ſagte, indem ich die Guinee zu mir ſteckte:Sie ſehen, Ihr Trinkgeld habe ich im Sacke.Ja, ja, erwiederte Quin mit Lachen, und ein Kopfweh in den Kauf, wenn Sie ehrlich trinken. Ich führte mich alſo mit dieſem Auftrag bei Herrn R. ein, der mich mit offenen Armen empfing, die Ausforderung annahm und den Kampfplatz beſtimmte. Er hatte eine Geſellſchaft luſtiger Kamera⸗ den zuſammengebracht, unter denen ich mich ſehr wohl befand und