Teil eines Werkes 
14. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 2. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
Einzelbild herunterladen

157

An Jungfer Marie Jones in Brambletonhall. Liebe Marie!

Der Squeir iſt ſo Gut geweſet, und hat meinen Unſinn, den ich ihr Schreibe, auch mit in Seinen brief genommen. O Marie Jones! O Marie Jones! Ich habe viel Triebſal und Anfechtung gehabt. Gott ſtehe mir bei, ich wäre beinahe dem Teufel lebendig in Rachen gefahren. Der Böſe Satan hat ſein Spiel mir mir ge⸗ trieben, und hat mich verſucht in den Kleidern des Ditton, des Waleh der Schambres von meinem jungen Herrn; aber Gott ſey Lob und Dank, er hat mich nicht ganz in Seine Gewalt bekom⸗ men. Ja ich meinte, es wäre keine groſſe Sinde, wenn ich in Neweaſtle in die Komedie ginge, und mein Hahr nach der neuſten pariſſer Mode friſirt hätte und das Bißchen Schminke, da ſagte er, ich ſehe ſo blaß aus, und ſo ließ ich ihn meine Backen mit ſpaniſcher Kreide rother färben. Aber dieſer heilloſe Pöbel von Matroſen und andern ſolcher Ragaillienlumpenvolk, die meinen, andere ehrliche Leite müſſen eben ſo ſchmierig daher kommen, wie ſie, fielen auf der Straſſe über uns her und ſchalden mir eine Hurre und eine geſchminkte Iſebelle, warfen mich mit Treck und verdarben mir ein ganzes Schmisle mit blonden Spitzen, die noch gar nicht ſehr abgetragen waren. Sie hatten mich ſieben gute Schillinge gekoſtet von der Kammerjungfer der Lady Griskin in London.

Als ich den Mosje Klinker fragte, was die Leute mit ihrer Iſebelle gemeint hätten, da gab er mir die Bibel in die Hand, ſchlug mir das Buch der Könige auf, und ließ mich leſen von einer Iſebelle, die ſich geſchminkt und ihr Haubt geſchmückt, und wurde zum Finſter hinausgeſtürzt, und die Hunde leckten ihr Blut auf. Aber ich bin keine Hurre, und mit Gottes Hilfe wird kein Hund! kommen und mein armes Blut auflecken. Davor bewahre mich der barmherzige Himmel in ſeiner Gnade. Aber Ditton, der hat