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Vorſchriften der Klugheit und Convenienz. Sämmtliche Geſchäfts⸗ Leute, ja ſelbſt die feinſte Geſellſchaft, ſieht man tagtäglich von eins bis zwei Uhr auf einer offenen Gaſſe ſtehen, auf dem Platz, wo ehedem ein Marktkreuz ſtand, das, im Vorbeigehen geſagt, ein hübſches Stück von gothiſcher Architektur war, und ganz in der Nähe, im Garten des Lord Sommerville noch zu ſehen iſt,— dieſe Menſchen, ſage ich, ſtehen aus bloßer Gewohnheit lieber auf der freien Gaſſe, als daß ſie ein paar Schritte weiter nach der Börſe gingen, die leer an der einen Seite ſteht, oder dicht an der andern nach dem Parlament, das ein prachtvoller viereckigter Platz iſt, mit einer ſchönen Reiterſtatue Königs Karl des Zweiten. Die hier verſammelte Geſellſchaft hört eine Reihe von Stücken an, die ihr auf einem Glockenſpiel in einem nahe dabei ſtehenden Thurme vorgeſpielt werden. Die Glocken ſind rein von Ton und Stim⸗ mung, und der Muſikus, der ſie gegen einen Gehalt von der Stadt ſpielt, iſt ſo geſchickt, daß es ein wahres Vergnügen iſt, ihn anzuhören, beſonders für Fremde, denen ſolche muſikaliſche Glockenſpiele etwas Neues ſind.
Die öffentlichen Gaſthöfe ſind in Edinburgh noch ſchlechter als in London, doch haben wir durch Verwendung eines würdigen Herrn, an den ich empfohlen war, ſehr anſtändige Zimmer be⸗ kommen, im Hauſe einer vornehmen Wittwe, Namens Lockhart, und hier will ich bleiben, bis ich alle Merkwürdigkeiten in der Stadt und Umgegend geſehen habe. Ich fange bereits an, die guten Folgen häufiger Bewegung zu verſpüren. Ich eſſe, wie ein Dreſcher, ſchlafe ununterbrochen von Mitternacht bis Morgens, und meine Lebensgeiſter ſind beſtändig in einer gemäßigten Höhe, gleich weit entfernt vom Kriechen wie vom Fliegen. Welche Ebbe und Fluth indeß auch über meine Conſtitution kommen mag, mein Herz wird jederzeit erklären, daß ich bin
Ihr ergebenſter Freund und Diener M. Bramble. Edinburgh, den 18. Juli.


