Teil eines Werkes 
14. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 2. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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einen ſtärkern Kontraſt als der Unterſchied innerhalb und außer⸗ halb der Thüren, denn die guten Weibchen in der Hauptſtadt ha⸗ ben in Beziehung auf Vergnügungen und Reinlichkeit ihrer Zim⸗ mer ihre eigene Grillen, gleich als ob ſie den Vorwurf von den einzelnen Perſonen ab auf das Publikum wälzen wollten. Sie kennen ihre Methode, wie ſie zu einer gewiſſen Stunde der Nacht ihre Unſauberkeiten aus den Fenſtern hinaus befördern: um kein Haar anders als in Spanien, Portugal und in einigen Gegenden von Frankreich und Italien, eine Gewohnheit, mit der ich mich ſchlechterdings nicht verſöhnen kann; denn die Karrenbauern, die ieden Morgen mit Tagesanbruch den Unrath wegzuſchaffen haben, mögen ſo ſorgfältig ſeyn als ſie wollen, ſo bleibt doch immer genug liegen, was ſowohl die Augen als andere Organe desjenigen be⸗ leidigt, deſſen Sinne durch Gewohnheit noch nicht vollſtändig ab⸗ geſtumpft ſind.

Die Einwohner ſelbſt machen ſich nichts mehr daraus und ſind geneigt, ſich einzubilden, der Eckel, den wir dagegen blicken laſſen, ſey nicht viel mehr als Affektation. Allein ſie ſollten doch einiges Witleid mit den Fremden haben, die an ſolche Qualen nicht ge⸗ wöhnt ſind, und wohl bedenken, daß ſie ſich's kecklich einige Mühe koſten laſſen dürften, um des Vorwurfs überhoben zu werden, den ihnen ihre ganze Nachbarſchaft deßwegen macht. Die erſtaun⸗ liche Höhe der Häuſer iſt in manchen Beziehungen abgeſchmackt, in Einer aber kann ich nicht ohne Schauder daran denken: ich meine die verzweiflungsvolle Lage aller Familien oben im Hauſe, im Fall durch eine Feuersbrunſt die Treppe unbrauchbar gemacht würde. Um den entſetzlichen Folgen, die ein ſolches Unglück nach ſich ziehen müßte, vorzubeugen, wäre es nicht übel, wenn man in jedem Stock, von einem Haus in's andere, eine Noththüre an⸗ brächte, wodurch ſich die Leute bei einer ſo furchtbaren Heimſuchung retten könnten. Ueberall in der Welt drängt ſich uns doch die Be⸗ merkung auf, daß die Macht der Gewohnheit ſtärker iſt, als alle