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kommen friſch aus dem Gehäge; meine Schnepfen und Rebhühner laſſe ich ſchießen, wenn ich gerade Appetit dazu habe; meine Forellen und Salmen ſehe ich zappelnd aus dem Fluſſe tragen; die Auſtern laſſe ich von dem Ufer holen, wo ſie gewachſen ſind; Häringe und andere Seefiſche kann ich eſſen, nachdem ſie vier Stunden zuvor gefangen worden ſind. Meinen Salat, Wurzeln und Gemüſe gibt mir mein eigener Garten vortrefflich und in Fülle. Der Boden iſt von Natur ſo gut, daß ſeine Nutzung nur mäßige Arbeit erfordert. Eben dieſer Boden ſichert auch all die verſchiedenen Früchte, welche England ſein eigen nennen kann, ſo daß ich meinen Nachtiſch tagtäglich friſch von den Bäumen herab beziehe; in meiner Meierei fließen nektariſche Ströme von Milch und Rahm, woraus vortreffliche Butter, Käſe und Lak gemacht werden; vom Abfall mäſte ich meine jungen Schweine, die zu Speck und Schinken beſtimmt ſind. Ich gehe zeitig zu Bette und ſtehe mit der Sonne wieder auf. Meine Stunden gehen mir ohne Langweile oder Verdrießlichkeiten irgend einer Art vorüber, auch fehlt es mir nicht an Zeitvertreib zu Hauſe, wenn das Wetter kei⸗ nen Ausgang erlaubt. Dann leſe ich oder plaudere, ſpiele Billard, Karten oder Bret. Außer dem Hauſe überwache ich meine Land⸗ wirthſchaft und führe allerhand Verbeſſerungsentwürfe aus, deren Gelingen mir jederzeit unausſprechliches Vergnügen macht. Nicht weniger Freude gewährt es mir, wenn ich ſehe, daß meine Leute und Pächter ſich gut durchſchlagen, und der Arme durch die Beſchäftigung, die ich ihm gebe, einen erquicklichen Unterhalt ge⸗ winnt. Sie wiſſem, ich habe ein paar vernünftige Freunde da, denen ich mein ganzes Herz erſchließen kann, ein Glück, das ich auf den gedrängvollen Schauplätzen des Lebens vielleicht vergebens geſucht hätte; dann ſind noch Einige da, vie ſich zwar minder glän⸗ zender Geiſtesgaben erfreuen, aber wegen ihrer Rechtſchaffenheit meine ganze Hochachtung beſitzen; ihr Umgang iſt zwar nicht ſehr unterhaltend, aber auch durchaus nicht unangenehm. Endlich lebe


