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als ein Anhänger des Herzogs es über ſich nahm, uns vorzuſtellen. Das Zimmer war beinahe ganz voll von Leuten in allerlei Klei⸗ dung; doch war nur ein einziger Prieſterrock darunter, obgleich man mir geſagt hat, daß Seine Excellenz während der Amtsfüh⸗ rung als Miniſter beinahe alle Biſchöfe gemacht habe, welche jetzt im Oberhauſe die geiſtlichen Bänke anfüllen; doch es verhält ſich mit der Dankbarkeit der geiſtlichen Herren wie mit ihrer Mild⸗ thätigkeit, ſie ſcheut das Licht und Niemand erfährt davon. Herr Barton wurde gleich bei ſeinem Eintritte von einem Manne an⸗ geredet, der ſchon ziemlich bei Jahren, dabei lang und dürr war, eine Habichtsnaſe und in ſeinem Blick ein gewiſſes Etwas hatte, das eben ſo viel Schlauheit als Verſtand andeutete. Unſer Führer
grüßte ihn als Capitain C. und ſagte uns nachher, es ſey dieß
ein Mann von ſehr verſchlagenem Kopfe, den die Regierung gele⸗ gentlich zu geheimen Dienſten verwende. Doch ich habe ſeine Ge⸗ ſchichte ausführlich von einer andern Hand bekommen. Er hatte ſich ſchon vor vielen Jahren als Kaufmann in Frankreich in meh⸗ rere Betrügereien verwickelt, und als man ihn einiger davon über⸗ führte, wurde er auf die Galeeren geſchickt, aber durch Fürſprache des verſtorbenen Herzogs von Oromond, dem er ſich ſchriftlich als Namensvetter und Verwandter empfohlen hatte, wieder in Freiheit geſetzt. Später brauchte ihn unſer Miniſterium als Spion, und in dem Kriege von 1740 durchwanderte er, als Kapuziner verklei⸗ det, ſowohl ganz Spanien als Frankreich mit der größten Lebens⸗ gefahr, da der ſpaniſche Hof ihm wirklich auf die Spur gekommen war, und Befehl gegeben hatte, ihn zu St. Sebaſtian zu verhaf⸗ ten. Glücklicher Weiſe aber war er ſchon einige Stunden aus dem Orte, als der Befehl ankam. Dieß und noch ein anderes hals⸗ brechendes Unternehmen hat er bei dem engliſchen Miniſterium ſo nachdrücklich als etwas Verdienſtliches geltend zu machen gewußt, daß ihm eine recht anſtändige Penſion bewilligt wurde, die er nunmehr in ſeinen alten Tagen verzehrt. Er hat noch immer bei


