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allen Miniſtern Zutritt, und man ſagt, ſie ziehen ihn, als einen Mann von ungewöhnlichem Verſtand und großer Erfahrung, bei manchen Dingen zu Rathe. Er iſt aber auch in der That ein Burſche von vielem Kopf und unerſchütterlicher Zuverſichtlichkeit bei Allem, was er ſpricht; er weiß ſich ein ſo wichtiges Anſehen zu geben; daß ihn einige von den hohlköpfigen Staatsmännern, die ſich gegenwärtig am Ruder der Regierung halb zu Tode quä⸗ len, wohl für Wunder was halten können. Allein wenn nur die Hälfte von dem wahr iſt, was man von ihm ſagt, ſo iſt dieß nicht der einzige Betrug, deſſen er ſich ſchuldig gemacht hat. Man ſagt ihm nach, daß er nicht nur katholiſch, ſondern wirklicher Prieſter ſey, und unter dem Vorwand, als ob er unſern Staats⸗ männern am Staatsruder alle Springfedern entdeckte, welche den Hof von Verſailles in Bewegung ſetzten, ſoll er dem franzöſiſchen Miniſter geheime Nachrichten mittheilen, ſo viel er nur bekommen kann. Dem ſey, wie ihm wolle, Capitain C. ließ ſich mit uns in ein äußerſt freundſchaftliches Geſpräch ein, und äußerte ſich höchſt unumwunden über den Herzog.„Der alte Narr,“ ſagte er, „iſt noch im Bette, und meiner Anſicht nach könnte er nichts Beſ⸗ ſeres thun, als bis Weihnachten fortſchlafen, denn ſo bald er auf⸗ ſteht, ſtellt er ja doch nur ſeine Dummheit an den Pranger. Seit Granville abgegangen iſt, hat die Nation keinen Miniſter mehr gehabt, der ſo viel werth wäre, als das weiße Mehl in ſeiner Perrücke. Sie ſind ſo unwiſſend, daß ſie den Mond für einen holländiſchen Käs anſehen, und dabei ſo ſchafsköpfig, daß man ihnen kaum begreiflich machen kann, warum zweimal zwei vier iſt. Im Anfang des Kriegs ſagte dieſes halbgeborne Rindvieh in großer Angſt zu mir, dreißigtauſend Franzoſen ſeyen von Acadie nach Cap Breton marſchirt.— Und wo haben ſie denn die Trans⸗ portſchiffe hergenommen? ſagte ich.— Transportſchiffe, rief er, ich ſage Ihnen ja, daß ſie zu Lande marſchirt ſind.— Zu Lande nach der Inſel Cap Breton?— Was„iſt denn Cap Breton eine


