Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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herbeigeführt hätten, doch ſind die alten Leutchen, Gott ſey Dank! wieder vollkommen ausgeſöhnt. Wir leben in der ſchönſten Har⸗ monie bei einander und fahren alle Tage aus, um die Wunder dieſer unermeßlichen Hauptſtadt zu beſchauen, auf deren Beſchreibung ich mich indeß vor der Hand nicht einlaſſen kann, denn ich habe noch nicht den hundertſten Theil von den Merkwürdigkeiten allen geſehen, und komme gar nicht aus meiner Verwunderung heraus.

London und Weſtminſter haben einen unglaublich weiten Um⸗ fang. Die Straßen, die eingefaßten Plätze, die ſogenannten Rei⸗ hen, Lanen und Alleen ſind nicht zu zählen. An allen Ecken und Enden erheben ſich Paläſte, öffentliche Gebäude und Kirchen; letz⸗ tere alle überragt die St. Paulskirche durch eine wahrhaft ſtau⸗ nenswerthe Pracht. Sie ſoll zwar nicht ſo groß ſeyn, wie vie Peterskirche in Rom, aber ich für meinen Theil kann mir keinen Begriff von einem größeren oder prachtvolleren Tempel auf Erden machen.

Doch ſelbſt der Anblick dieſer majeſtätiſchen Gegenſtände iſt nicht ſo intereſſant, als das Gewimmel und Gedränge auf den Straßen. Im Anfang meinte ich, es müſſe ſo eben eine große Verſammlung auseinander gegangen ſeyn, und wäre beinahe ſtehen geblieben, um die Menge ſich verlaufen zu laſſen; allein dieſe Menſchenfluth wälzt ſich ohne Unterbrechung oder Verringe⸗ rung vom Morgen bis zum Abend dahin. Dabei gibt es hier eine ſolch unendliche Menge von glänzenden Equipagen, Kutſchen, Phaetons, Chaiſen und tauſenderlei andern Fuhrwerken, die Einem beſtändig vor den Augen vorüber rollen und brauſen, daß man vom bloßen Anſehen Schwindel bekommt und die Einbildungskraft durch dieſen Glanz und dieſe Mannigfaltigkeit eigentlich verwirrt wird. Nicht minder groß und ſtaunenswerth iſt die Ausſicht nach der Waſſerſeite als die nach dem Land. Sie ſehen hier drei un⸗ ermeßlich große Brücken, welche die Ufer eines breiten, tiefen und reißenden Stromes mit einander verbinden; ſie ſind ſo groß, ſo