Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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und daß es dem Landbau an Händen fehlt. Die Abſchaffung der kleinen Pachtgüter iſt nur eine Urſache der verminderten Bevölke⸗ rung. Freilich erfordert die unglaubliche Vermehrung an Wagen und Reitpferden, welche der gegenwärtige Lurus erheiſcht, eine erſtaunliche Menge Gras und Heu, das ohne viele Mühe gewon⸗ nen wird; allein zu den verſchiedenen andern Zweigen der Land⸗ wirthſchaft wird immer noch eine Menge Hände nöthig bleiben, die Pachtungen mögen nun groß oder klein ſeyn. Der Strom der Ueppigkeit hat alle Einwohner von dem offenen Lande wegge⸗ ſchwemmt. Der ärmſte Landjunker muß wie der reichſte Graf oder Herzog ſein Haus in der Stadt haben, und mit einer Unzahl von Bedienten den großen Herrn zu ſpielen ſuchen. Die Pflugknechte, die Hirten und die Taglöhner laſſen ſich von dem Glanze und den Reden der in Livreen ſteckenden Maulaffen, wenn ſie ihre Som⸗ merausflüge unternehmen, beſchwatzen und verführen. Sie ver⸗ laſſen nun ihre ſchmutzige und ſaure Arbeit und ziehen ſchaaren⸗ weiſe nach London, in der Hoffnung, einen Dienſt zu bekommen, in dem ſie üppig leben, ſchöne Kleider tragen können und nichts zu thun haben. Müßiggang iſt und bleibt einmal eines jeden

ihrer Erwartung getäuſcht und werden alsdann Diebe und Spitz⸗ buben; London iſt eine große Wildniß, wo weder an hinlängliche Wache, noch Aufſicht, noch ſonſt an irgend eine Polizeiordnung zu denken iſt, und ſo finden ſie dahier ſowohl ihre Höhlen als ihren Raub.

Es gibt mancherlei Urſachen, die zur täglichen Vermehrung dieſer ungeheuren Maſſe das Ihrige beitragen; ſie laſſen ſich indeß alle auf ihre einzige wahre Quelle, nämlich Luxus und Sitten⸗ verdorbenheit, zurückführen. Vor etwa fünfundzwanzig Jahren hiel⸗ ten nur die allerreichſten Bürger in London, und auch dieſe bei Weitem nicht alle, Kutſchen und Pferde, geſchweige denn Livree⸗ Bedienten. Auf ihre Tiſche kam nichts als gewöhnliches Fleiſch,