Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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fend, ſtichhaltig und nicht im mindeſten trivial. Er ſtellt ſich als ein Menſchenfeind, um die Empfindſamkeit eines Herzens zu ver⸗ bergen, das bis zur Schwäche zärtlich iſt. Dieſe Zartheit des Gefühls oder Wundheit des Gemüths macht ihn furchtſam und ängſtlich; aber nichts in der Welt ſcheut er mehr als Unehre, und ob er gleich außerordentlich behutſam iſt, um ja Niemanden zu nahe zu treten, ſo geräth er doch bei der geringſten Grobheit und Ungezogenheit in Feuer und Flammen. So verehrungswürdig er mir im Ganzen iſt, ſo kann ich doch nicht umhin, mich zuweilen an ſeinen kleinen Verlegenheiten zu ergötzen, wenn ſie ihn ſo reizen, daß er die Pfeile ſeiner Satyre fliegen läßt, ſpitzig und ſcharf wie die Pfeile Teucers. An Tante Tabitha hat er eine allzeit fer⸗ tige Schleiferin. Sie iſt in jeder Beziehung der vollkommenſte Gegenſatz von ihrem Bruder, doch ich verſpreche Ihnen ihr Por⸗ trait auf ein anderes Mal.

Vor drei Tagen kamen wir hier an und nahmen Beſitz von einem erſten Stockwerk in einem Hauſe an der Südparade. Der Oheim wählte dieſe Gegend, weil ſie nahe bei den Bädern und fern von dem Gelärme der Kutſchen und Wagen iſt. Kaum war er in ſeinem Zimmer warm geworden, ſo verlangte er ſchon ſeine Schlafmütze, ſeine weiten Filzſchuhe und ſeine Flanelle, und er⸗ klärte, das Podagra ſey ihm in den rechten Fuß getreten, obgleich es nach meiner Anſicht nur in ſeiner Einbildung beſteht. Bald hatte er Urſache, dieſe vorzeitige Erklärung zu bereuen, denn Tante Tabitha wußte einen ſolchen Lärm und ein ſolches Getüm⸗ mel zu machen, bis die Flanelle aus dem Koffer gebracht werden konnten, daß man glaubte, das Haus ſtehe in hellen Flammen. Dieſe ganze Zeit über ſaß mein Oheim kochend vor Ungeduld da, biß ſich in den Finger, warf ſeine Augen in die Höhe und mur⸗ melte Stoßſeufzer in ſeinen Bart; endlich brach er in ein convul⸗ ſiviſches Lachen aus, dann brummte er ein Lied, und als zu guter Letzt der Sturm doch vorüber ging, rief er aus: Gott ſey gelobt