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vergeſſen, als ſie merkte, daß mein Bruder ſie mit ihm ſprechen ſah. Er hielt ſie auf dem Wege an und fragte, was ſie mit dem Spitzbuben⸗Juden zu ſchaffen habe. Sie gab vor, ſie habe ein Schnürleibchen kaufen wollen, gerieth aber über die Frage in ſolche Verwirrung, daß ſie den wichtigſten Theil ihrer Botſchaft vergaß, und als ſie nach Hauſe kam, in ein hyſteriſches Lachen verfiel. Dieß iſt nun ſchon fünf Tage her, und er hat ſich in dieſer Zeit nicht wieder blicken laſſen, ich muß alſo glauben, daß er abgereist iſt. Ach, meine theuerſte Letty, Sie ſehen, wie das Schickſal ſich ein Vergnügen daraus macht, Ihre arme Freundin zu quälen. Sollten Sie ihn in Glouceſter ſehen oder geſehen ha⸗ ben, und ſeinen wahren Namen, ſo wie ſeine Familie wiſſen, ſo bitte ich, laſſen Sie mich doch nicht länger in Ungewißheit. Und doch, wenn ihn nichts mehr nöthigt, ſich länger zu verbergen, und er ehrliche Abſichten auf mich hat, ſo kann ich hoffen, daß er ſich in kurzer Zeit gegen meine Verwandten erklären wird. Wenn die Verbindung mit ihm nichts Unanſtändiges hat, ſo werden ſie gewiß nicht ſo grauſam ſeyn, meinem Herzen Zwang anzuthun. O welche Seligkeit würde dann meiner harren! Ich kann mich dieſes Gedankens nicht erwehren und will immerhin meiner Phan⸗ taſie mit ſo angenehmen Ideen ſchmeicheln, die aber am Ende vielleicht niemals verwirklicht werden. Doch warum ſollte ich ver⸗ zweifeln? Wer weiß, was noch geſchehen kann? Morgen reiſen wir nach Bath, und dieß thut mir beinahe leid, denn ich fange an, die Einſamkeit lieb zu gewinnen, und der hieſige Ort iſt ſo reizend und ſo romantiſch, die Luft iſt ſo rein, die Dünen ſo angenehm, die Hagedornen in voller Blüthe, die Wieſen voll Marienblumen, Zeitloſen und Primeln, die Bäume ſchlagen grün aus und die Büſche haben bereits ihr Frühlingsgewand angezogen, die Berge ſind mit Heerden von Schaafen und lieblich blöckenden Lämmern bedeckt, welche hüpfen und ſpringen, die Wälder er⸗ ſchallen von dem Geſang der Droſſeln, der Finken und Dompfaffen,


